Blog Sternenkinder

#1 Wie spirituelle Wege mir geholfen haben

Das Thema der Sternenkinder ist bisher in der Gesellschaft ein großes Tabu und die betroffenen Frauen und Männer stehen oft sehr hilflos, haltlos und alleine diesen sehr großen und sehr schmerzhaften Herausforderungen des Lebens gegenüber. Mein eigener Weg führte mich tief in meine Spiritualität und ich fand dort Wege, um wieder im Herzen zu heilen.

So werde ich von meinen 3 Sternenkindern erzählen und es ist ein sehr ernstes Thema, doch ich weiß, dass es ein Prozess ist und auch die Sonne wieder nach dem Wandern durch die dunklen Täler kommt.

„Was ich gelernt habe, dass die Trauer in Wellen kommt und uns anfangs wild, stürmisch und unkontrollierbar durchwirbelt. Mit der Zeit werden die Wellen sanfter und ruhiger und wir werden auch immer wieder an den Strand des Lebens gespült, um unsere Schritte wieder auf festen Boden zu setzen und weiter zu gehen.“ Auszug aus dem Buchbeitrag zur Trauerschnecke hier kannst Du es bereits als Ebook vorbestellen

Die Trauer, die mit den Verlusten von Kindern einhergeht verläuft in Phasen und diese zu durchlaufen ist notwendig, damit irgendwann Frieden ins Herz kommen kann.

Doch nun erzähle ich Dir, liebe Leserin meine Geschichte

Für Mario,
Sebastian,
Laura und
Pünktchen


Wie alles begann…

Ich bin 4fache Mutter, 3 bei den Sternen und eins an der Hand.

Mario

Mein erstes Kind klopfte an meine Lebenstüre als ich 32 war. Ich war frisch verliebt und wir waren noch nicht lange ein Paar, als ich unverhofft schwanger wurde. Unser Kind würfelte natürlich unser Leben mit seiner Botschaft: „Ich will zu euch“ ganz schön durcheinander, da die Beziehung ja noch nicht lange währte.

Da wir uns allerdings liebten und uns auch vorstellen konnten, den Weg gemeinsam zu dritt weiter zu gehen, suchten wir ein gemeinsames Nest.
Doch leider verlor ich mein Kind wieder in der 9. Woche und mein erster Stern hinterließ ein tiefes Gefühl der Traurigkeit in meinem Herzen.

Der Verstand sagte es mir, dass es doch noch gar nicht so wirklich da war. Dennoch, wenn eine Mutter beim Ultraschall das schlagende Herz sieht, wird das WUNDER sichtbar, dass hier ein Kind entsteht und wenn diese Seele wieder zu den Sternen reist, hinterlässt es in uns Sternen-Mamas ein gebrochenes Herz.

Ich kehrte die Trauer um mein erstes Sternenkind in den hintersten Winkel meines Herzens und das Leben nahm weiter seinen Lauf. Wir blieben zusammen, suchten weiter ein gemeinsames Nest und fanden es auch.

Mario – seinen Namen sollte ich erst später erfahren – blieb unvergessen in meinem Herzen.

Sebastian

2 Jahre später klopfte unser 2. Kind an unsere Lebenstüre und ich war wieder voller Hoffnung und Freude. Diesmal war das Nest schon gebaut und wir hießen auch dieses Seelenwunder im Herzen willkommen.

Und wieder geschah es, dass in der 9.Woche das Herz nicht (mehr) schlug und auch mein 2. Sterneskind sich wieder auf seinen Weg machte, um am Himmel seinen Platz wieder einzunehmen.

Wieder brach es mein Herz und der innere Seelenschmerz und die Trauer nahmen Platz in meinem Leben. Ich kenne das innerliche Brennen und die Stiche im Herzen, die jede Mutter erfährt, wenn ein Kind wieder zu den Sternen reist.

Sebastian – auch seinen Namen erfuhr ich erst später.

Das Leben geht ja irgendwie weiter und so auch bei mir.

Laura

Unser 3. Kind klopfte an unsere Lebenstüre als ich 35 war und wieder versuchte ich mich zu freuen und hieß, wie schon ihre Geschwister, im Herzen willkommen. Große Angst war in mir auch dieses KInd wieder zu verlieren.
Leider verließ mich auch dieses Seelenwunder wieder um die 9. Woche und ich fiel in ein tiefes dunkles Loch ohne Boden.

Ja, mein Herz zersplitterte in tausend Stücke und die Trauer wurde ein täglicher Begleiter in meinem Leben, auch wenn dies oft nicht sichtbar war.

Die große Frage nach dem Warum?

Jede Sternenkind-Mutter und sicher auch die Sternenkind-Väter rufen innerlich: „Warum?“ wenn die Kinderseelen wieder zu den Sternen reisen, so auch ich.

Die Antwort lässt für viele heute noch auf sich warten und es ist sehr oft nicht mit dem Verstand und medizinisch erklärbar. Eines ist bekannt, Sternenkinde gibt es viel öfters als man denkt.
Da es allerdings auch ein großes Tabu-Thema ist, wird es auch oft nicht im Außen sichtbar mit Trauer und Hilfs-Bedürftigkeit der Frauen und auch Männer.

Schulmedizinisch wurde damals alles getan und überprüft, um diese zu den Sternen reisenden Kinder zu erklären, doch es gab keine Erklärung.
Rein körperlich war mit mir und meinem Partner alles in bester Ordnung.
Es ging wohl darum, dass Kind zu halten.

Doch auch hier möchte ich aus der Verstandesebene heraus gehen, denn ich habe alle meine Kinder gehalten. Es waren jeweils die Herzen, die nicht mehr schlugen und bei allen 3 meiner Sternenkinder immer um die 9. Woche.

Dies gab auch meinem Frauenarzt Rätsel auf und er konnte es ebenso wenig erklären.

Sinnsuche

So machte ich mich auf meinen eigenen spirituellen Weg und suchte nach Erklärungen, die mir keine Schulmedizin, kein Hormonspiegel, keine gentechnische Untersuchung oder kein Schwangerschaftsratgeber geben konnte.

Vieles an Wissen und auch viele Menschen sind mir auf meiner Suche nach besagten Erklärungen begegnet. Spirituelle Heiler, Therapeuten, Mindset, Energiearbeit und Aufstellungsarbeit und vieles mehr. Jeder Therapeut und jeder Heiler, jeder Ausbilder – alle reichten mir nacheinander Puzzleteile, die zu meiner eigenen Herzheilung beitrugen. Splitter um Splitter fügte sich wieder an seinen Platz. Langsam, aber eben doch Schritt für Schritt heilte mein Herz.

Manches faszinierte mich so sehr und ich absolvierte verschiedene Ausbildungen, lernte und erforschte und begab mich damit auf meinen eigenen spirituellen Weg.

Es half mir auf einer Seelenebene zu verstehen, zu verzeihen und auch im Herzen wieder mehr und mehr zu heilen.

Mein eigener spiritueller Weg ist es gewesen, um wieder heil im Herzen zu werden und auch um durch meine 4. Schwangerschaft zu gehen.

Denn die Angst war der ständige Begleiter in dieser Zeit, auch dieses Seelenwunder wieder zu verlieren.

Pünktchen

Auch meine lebend geborene Tochter hat viel dazu beigetragen, dass ich heute diese Momente mit ihr zutiefst genießen kann. Sie ist mein kostbarstes Geschenk und sie zeigt auch, dass Wunder geschehen können.

Als Regenbogen-Baby ist sie ein Sonnenschein und sie macht auch bewusst, wie kostbar sie ist.

Es ist nicht selbstverständlich, dass sie gesund und munter in meinem Leben ist und mich spielend und lachend durchs Leben begleitet.

Gerade durch die Verluste meiner Sternenkinder war die Schwangerschaft von Pünktchen auch sehr angstbehaftet, doch durch die verschiedensten Methoden und meditativen Prozesse konnte ich dieser Angst begegnen und sie auch immer wieder lösen und mich positiv ausrichten.

Für dieses Geschenk des Lebens bin ich zutiefst dankbar.


Was ist notwendig und hilfreich im Außen, um besser mit diesen schmerzvollen Erfahrungen umzugehen?

Die Trauer ist ein Prozess der in verschiedenen Phasen abläuft, auch bei den Verlusten von Sternenkindern. Ich verdrängte den Seelenschmerz und die Trauer jahrelang und eines der großen Probleme dabei ist, dass in unserer Gesellschaft die Sternenkinder eben ein großes Tabu sind und gerade die frühen Verluste nicht sichtbar sind.

Durch das Verdrängen der Trauer, auch der Sprachlosigkeit die nun mal mit den Verlusten einhergeht, macht es für uns Frauen schwieriger, um das zu bekommen, was wir Frauen in diesen Situationen dringend brauchen.
Auch unser Umfeld ist ratlos, sprachlos und ebenso hilflos.
Ein entsprechender Ratgeber ist am entstehen und wird in Kürze als Download hier bereit gestellt.

Da ich weiß, wie wichtig es ist Halt & Geborgenheit in dieser ersten Schockphase zu bekommen und dies aufgrund der Hilflosigkeit oft vom Umfeld nicht gegeben werden kann, habe ich mich entschlossen begleitende Programme anzubieten.


Halt und Geborgenheit

So ist mein Rat an die Partner und Angehörigen der Sternen-Mamas:
„Seid einfach da“
Im Buch Trauerschnecke (hier zum Bestellen) findest Du Erklärunge rund um das Thema Trauer, Verlust und den Umgang mit dem Tod und beinhaltetet auch meinen Buchbeitrag speziell zu dem Thema der Sternenkinder.

Es braucht nicht viele Worte und die eigenen Hilflosigkeit und der Schmerz der Väter mag sich anders zeigen, doch es ist sehr wichtig, dass wir Frauen nicht alleine sind.

Nichts gibt mehr Trost und Halt, als die Hand eines Partners/Partnerin und die achtsame, oft wortlose Präsenz von „ich bin da“.

Mir ist bewusst, dass es für die Männer eine große Herausforderung sein kann, da diese mit Ihrer eigenen Trauer auch anders umgehen, dennoch möchte ich sie dazu ermutigen, denn
ihr werdet gebraucht.

Wenn Schwestern, Mütter, Freundinnen diesen Platz einnehmen hilft es ebenso, doch der Partner*in hat für mich die stärkste Kraft, dass wir als Sternenkind-Mamas gehalten werden.

Es ist in Ordnung hilflos und sprachlos zu sein, doch allein dieses offene Eingeständnis und des gegenseitigen Haltgebens hilft beiden Partnern. Davon bin ich fest überzeugt.

Die Haltung und Präsenz von „ich bin da“ ist sehr Trost spendend und Halt gebend und gibt ein kleines Stück Geborgenheit, an dem wir Frauen uns festhalten können.

Ein begleitendes Programm INSEL DER GEBORGENHEIT findest du hier


Achtsamer und behutsamer Umgang – im Krankenhaus

Es darf oder besser muss in unserer Gesellschaft ein Bewusstseins-Wandel dazu geschehen.

Der Fokus einer Klinikleitung liegt auf Kosten sparen und so effizient wie möglich zu arbeiten. Das Seelenheil und ein behutsamer Umgang mit Sternenkind-Mamas ist leider noch nicht weder im Fokus einer Klinikleitung, noch ist ein achtsamer Umgang von Schwestern und Ärzten selbstverständlich.
Meine Erlebnisse im Krankenhaus waren zusätzlich stark traumatisierend und führten auch dazu, dass ich dieses auch bei der Geburt meiner Tochter gemieden und in einem Geburtshaus entbunden hatte.

Durch Schulungen des Personals von Ärzten, Schwestern mit einer achtsamen und behutsamen Haltung, kann hier zum Wohle und zur Heilung von allen Patienten absolut beigetragen werden.
Zusätzliche psychische Traumata bei Sternenkind-Mamas werden damit gar nicht erst erzeugt, wenn dies geschieht.

Das Bewusstsein der Gesellschaft und die Haltung von Klinikleitung und auch Schulung von Klinikpersonal muss sich auf Empathie und Mitgefühl ausrichten.
Mir ist bewusst, dass es schwierig ist, in einem straffen Klinikalltag solches zu bewerkstelligen, doch letztendlich sind wir alle Menschen und tragen die Fähigkeit des Mitgefühls und der Empathie in uns.

Ich weiß, dass es nicht beabsichtigt ist uns Frauen bewusst erneut zu traumatisieren, doch wenn es bewusst wird, kann sich auch etwas verändern.

Ein Bewusstseinswandel in der Führung von Krankenhäusern und auch bei der Schulung von niedergelassenen Ärzten, sowie auch in Kliniken mit allen Mitarbeitern darf geschehen.

Schließlich bestehen wir mehr als nur aus Zellgewebe und Blutbahnen, sondern sind Menschen mit Herz und Seele und die Empathie und das Mitgefühl dürfen im Lehrplan an der Uni nicht fehlen.

So möchte ich nun zum Abschluss meiner Geschichte sagen, dass so schwer wie diese Zeit auch war, es kommen wieder Licht und Lebensfreude ins Leben. Nicht gleich morgen und auch nicht übermorgen, aber es kommt. Vertraue.

Der größte Schmerz in meinem Leben ist auch gleichzeitig mit der Heilung auf Herzebene mein größter Schatz geworden. Neben der Liebe zu meiner Familie, nimmt auch meine Spiritualität einen großen Raum im Herzen und in meinem Leben ein.

Am Strand des Lebens, wenn der Sturm sich legt und die Wellen sich beruhigt haben und nur noch sanft ans Ufer rollen, dann ist es gut und der Frieden kehrt ins Herz ein.“

Und Du spürst den Sand, den Boden unter deinen Füßen und weißt, ich bin getragen von Mutter Erde, zu jeder Zeit. (Auszug aus dem Buch Trauerschnecke)

In Liebe
Sabine Makkos – Frau Sternen Herz

Für Mario, Sebastian, Laura und Pünktchen

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