Achtsamkeit,  Dankbarkeit,  Depression

#10 Mit Achtsamkeit & Dankbarbkeit gegen Burnout & Depression

Mir ist vor vielen Jahren der Begriff der Achtsamkeit begegnet. Inzwischen ist es eine Art Therapieform in vielen psychosomatischen Kliniken, um innere Gelassenheit, Kraft und Ruhe zu finden.
Jon Kabat-Zinn – mit MBSR (Mindfulness-Based Stress Reduction) ist einer der großen Lehrer, doch auch Deepak Chopra, Eckhart Tolle, sowie viele andere namhafte Lehrer, wie Rüdiger Dahlke erzählen von der Kraft des „Jetzt“. Jeder ist für sich betrachtet bereits eine sehr wundervolle Erfahrung, doch mir geht es hauptsächlich heute um das JETZT.

Grundsätzlich kann man folgendes sagen:
„Das gestern ist schon vorbei und lässt sich nicht mehr ändern.
Das Morgen ist noch nicht da und die einzige Zeit in der Du aktiv SEIN kannst, ist JETZT“

Oft hören wir etwas vom Hier & Jetzt und der vollen Präsenz eben JETZT und wie heilsam dies sein kann.
Die Achtsamkeit zu üben und immer wieder sich ins JETZT zu begeben kann sehr bereichernd sein.
Jeder Moment, jeder Augenblick birgt das Wunder des Erlebens in sich.
Nur jetzt kannst Du den Regen in deinem Gesicht spüren, nur jetzt kannst Du den Rhythmus deines Atems verfolgen, nur jetzt hörst Du das Vogelgezwitscher.
Eben noch erlebt, jetzt aber schon vorbei. Der Moment ist unwiderruflich vorbei und nicht mehr änderbar.

Es ist eine Sinnes-Reise, die soviel Wertvolles in sich bergen kann.

Bevor ich selbst in den Burnout rutschte, befasste ich mich bereits mit der Achtsamkeit. Allerdings war ich noch viel zu sehr gefangen in meinen eigenen Perfektions-Mustern und versuchte es für alle und jeden immer perfekt zu machen.
Perfekte Website, perfekte Angebote, perfekte Kuchen für das Kindergartenfest, perfekte Partnerin, perfekte Tochter, perfekte Freundin….
Ich spielte jedes Wunschkonzert für jedermann und jede Frau.

Die Folge meines eigenen Verhaltens war, dass ich irgendwann völlig ausbrannte.
Dieser eigene Perfektionismus trug mit Sicherheit zum eigenen Ausbrennen bei. Natürlich gibt es nicht immer nur einen Grund für Burnout & Depression.

Bei mir waren es verschiedene Auslöser – einer davon mein eigener Perfektionismus, die unverarbeitete Trauer um meine Kinder und ! auch eine Borrelien-Infektion.

Diese fiesen kleinen Bakterien klauten mir nämlich auch noch zusätzlich das so wertvolle Serotonin für meine gute Laune und mein Immunsystem war sowieso im Keller.

In Summe war das keine leichte Zeit und ich brauchte auch eine ganze Weile mich wieder ins Leben einzufädeln. Körperliche und seelische Balance war mein Ziel, damit ich wieder in die Lebensfreude kommen konnte.
Zuerst begab ich mich in eine psychosomatische Klinik, dort lernte ich das ein oder andere über mich selbst und auch! Das ich mich selbst verändern musste, zB meinen Perfektionismus und auch Abgrenzung und Nein-Sagen zu lernen.
Ich erholte mich nur mühsam und nach der Klinik galt es das Gelernte auch im Real-Life umzusetzen.

Große Veränderungen kamen nach der Klinik und ich rutschte nochmals in eine depressive Phase.
Erst als ich damals wieder in einer Akutklinik war und nach einem Gespräch mit dem dortigen Seelsorger über meine Kinder sprach, fand ich wieder meinen Zugang zur Achtsamkeit.
Die Gedanken kreisen ja ständig immer und immer wieder um alte Verletzungen, um Probleme oder Ängste in der Zukunft.

Und so kam es eines Tages in jener Zeit in der Akut-Klinik, dass ich mich zu einem kleinen Teich aufmachte. Es war September und die Blätter färbten sich bereits in ihrem herbstlichen gelb-rot. An einem Baum ließ ich mich nieder und lehnte mich an seinen von der Sonne gewärmten Stamm.
Die Sonne glitzerte auf dem Wasser des Teiches und ein paar Enten schwammen darauf herum.

In meinem Rücken war hinter ein paar Bäumen verborgen ein großer Klinik-Komplex. Nicht sichtbar, aber irgendwie spürbar.

Und als ich da so saß, mit dem Stamm des Baumes in meinem Rücken, der Blick auf diesen idyllischen Moment der Teiches im Herbst, wurde es mir bewusst, wie reich beschenkt ich doch bin.

Du wirst Du nun vielleicht denken:
Wieso reich beschenkt?
Sie ist in einer Akutklinik für psychisch kranke Menschen, hat eine Fetzen-Depression, schluckt entsprechende Psychopharmaka und fühlt sich dennoch reich beschenkt?“

Verwundert wirst Du nun deine Stirn runzeln und Dir das ein oder andere dazu denken.

Ja, ich fühlte mich reich beschenkt!

Weshalb?

  • Weil ich mit meinen eigenen Beinen zu diesem Baum gelaufen war.
  • Weil ich selbständig aus dieser Klinik heraus laufen konnte, um für diesen kurzen Ausflug zu dem Teich in diesem Park mich auf den Weg machen konnte.
  • Weil ich genug Geld anscheinend hatte, um soweit dem Wetter angemessen gekleidet zu sein.
  • Weil ich in Deutschland lebe, dass solch eine Versorgung überhaupt möglich war.
  • Weil ich 2 funktionierende Augen habe, die dieses Licht auf dem Wasser, das bunte Laub auf den Ästen und der Geruch nach September und dem beginnenden Herbst riechen konnte.

In meinem Rücken war ein riesiger Klinikkomplex mit hunderten wenn nicht tausenden Menschen darin, die all dies nicht können.
Entweder gerade nicht können oder überhaupt gar nicht können.

Niemals, weil sie blind sind.
Niemals, weil sie nicht laufen können.
Niemals, weil sie eventuell im Sterben liegen.

Wie REICH bin ich?!

Sehr reich beschenkt, dass ich all dies in dem Moment erleben konnte.

An jenem Baum, in diesem Moment wurde mir klar, dass es mehrere Perspektiven gibt und auch die Achtsamkeit ein wunderbarer Weg sein kann, wieder in die Kraft und in den Frieden zu kommen.

Ja, ich habe all diese Probleme! Aber gleichzeitig habe ich ein so wundervolles Geschenk in meinem Leben. Es ist mein Körper, der unablässig Blut durch meine Adern pumpt und der alles am Laufen hält, ohne das ich darüber nachdenken muss.


Wieviel ist es wert, dass ich sehen kann?
Oder dass ich Laufen kann?
Wieviel ist es wert, dass ich selbständig Orte einfach aufsuchen kann, weil ich es will?

Mein Leben ist unbezahlbar!

Mindfullness nennt man es so schön im Englischen.

Und dieses Erleben an jenem Baum lehrte mich etwas Fundamentales! Nichts ist selbstverständlich im Leben. Nichts! Und eine große und tiefe Dankbarkeit flutete mich.

Dankbarkeit für mein LEBEN.

Dankbarkeit für meinen Körper, für meine Augen, für meine Nase, für meine Beine – für alles, was zu mir gehört.
Ich kann Atmen, einfach so. Meine Organe arbeiten, wie sie es sollen. Ich kann mich bewegen, mit all meinen Gliedmaßen, wie es eben gedacht ist.
Gottes Geschenk.

Viele Menschen in dem großen Gebäude hinter mir hängen an Maschinen, müssen evtl. künstlich ernährt oder beatmet werden und möglicherweise kämpfen sie um ihr nacktes Über-LEBEN.

Und die tiefe Dankbarkeit für all dies, was scheinbar so selbstverständlich ist, erhöhte meine eigene Frequenz um ein Vielfaches.

Zu jeder Zeit, an jedem Ort kannst Du die Achtsamkeit üben.

Wie?

In dem Du wahrnimmst, was ist.
Vielleicht wirst Du denken, aber da ist doch gar nichts?

Doch – es ist immer etwas.
Ein Stein auf deinem Weg am Fluss, der besonders und einzigartig ist in Form, Farbe und auch sein Weg, den er wohl hinter sich hat, damit ihr euch begegnen könnt.
Ein Baum, dessen Rinde von Furchen durchzogen ist und vielleicht hier und da ein Überraschung für Dich hat.
Die Wolken, die am Himmel ziehen, die Farbe des Himmels, das Glitzern des Wassers, das Rauschen der Blätter. Die verschiedenen Vögel, die ihr Lied auch für Dich singen. Dein Atem, der Dich mit Prana versorgt. Dein Körper, wie er sich bewegt.

Es ist ein Sinnesrausch, wenn Du Dich dafür öffnest.

Und das Waldbaden?

Ja, das Waldbaden ist sehr wertvoll. Dort kannst Du zusätzlich zur gelebten Achtsamkeit noch weiteres an Heilsamen für Dich mitnehmen.

Die Bäume verströmen zB Phenole, die eine gewisse Wirkung auf uns haben.
Wichtig ist, dass Du nicht lärmend oder mit der Musik im Ohr durch den Wald streifst, sondern ihn eben mit allen Sinnen wahrnimmst und ganz ins Hier & Jetzt damit eintauchst.

Auch die Baum-Art kann etwas für Dich „tun“.
Alles ist Energie und Schwingung, auch ein die Energien der Bäume sind unterschiedlich, selbst innerhalb einer Baumart.

Als der Feen-Stab zu mir gefunden hat und ich nun auch von der inzwischen getrockneten und abblätternden Rinde befreit habe, las ich auch nach, welche Bedeutung der Baum und welche Kraft mir der Feenstab noch schenkt, außer das ich meine Feenbänder auf einen höheren Ast hängen kann.

Der gefundene Feen-Stab ist von einer Buche – dem Baum der Selbstliebe und Vergebung. Die silber-gefleckte Rinde hat es mir übrigens verraten.

„Die Buche steht für Verständnis und Bewahrung. Sie hat eine beruhigende, tröstende und mitfühlende Schwingung. Sie besänftigt und stärkt die emotionale Energie und absorbiert gleichzeitig krank machende Energien des Menschen.“
(Zitat aus dem Buch: Das Mysterium der Bäume von Jana Haas)

Wenn ich solche Geschenke des Universums bekomme, dann bin ich immer selbst ganz berührt, dass es einfach so zu mir findet, was ich brauche.

So fühle Dich nun einfach eingeladen den Wald selbst zu erforschen und zu erkunden.
Nicht schnell und laut, sondern langsam und leise.
Vielleicht Dich auf ein Spüren einlassen, dass so ganz anders ist als mit dem Verstand zu „bewerten“.
Mach Dich auf Entdeckungsreise und zu dem Baum führen, der jetzt gerade Dich am besten unterstützt.
Achtsam in Kontakt gehen, die Leichtigkeit des Seins neu Erleben und tief eintauchen ins Hier & Jetzt.

Für mich immer wieder ein Weg, um bei mir selbst anzukommen und auch ein wertvoller Weg der Dankbarkeit, für das was ist.

Deine Sabine
Frau Sternenherz

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